GIESSEREI ist die führende deutschsprachige Fachzeitschrift des Gießereiwesens mit starker Auslandsverbreitung.
Aus dem Inhalt dieser Ausgabe:
Simulation erleichtert die Arbeit des Gießereitechnologen
von Jürgen Bast u. a.
Die Qualitätsanforderungen der Gussteilabnehmer steigen ständig. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Gießerei-Industrie diesen Anforderungen gerecht werden und nach neuen Wegen suchen, qualitätsgerechte Gussteile zu produzieren. Dazu sind neue Technologien und Verfahren zu nutzen bzw. bekannte weiter zu entwickeln, um typische Fehler, die bei der Gussteilherstellung problematisch sind, zu vermeiden. Die Qualität von Formgussteilen, die im Fertigungsverfahren „Gießen“ hergestellt werden, sind wesentlich von der Qualität der Gießform bzw. des Formstoffzu-standes abhängig, wobei letzterer wiederum von einer Vielzahl von Faktoren, z. B. der Festigkeit, Gasdurchlässigkeit und Dichte beeinflusst wird. Das Sandgussverfahren gehört zu den ältesten und zugleich bedeutendsten industriell genutzten Gießverfahren. Weltweit werden etwa 80 % der Gussstücke in Sandformen auf Basis tongebundener Formstoffe hergestellt. Die Optimierung und Verbesserung des technischen Prozesses bei der Formherstellung erfordert Kenntnisse über die entstehenden Adhäsionskräfte durch Kontakte zwischen Formstoff, Formkastenwand und Modellwand sowie über entstehende Kohäsionskräfte durch das Bindemittel. Diese Kräfte beeinflussen das Fliessen des Formstoffes im Formkasten, besonders in den Zonen nahe dem Modell und in Modelltaschen. Eine Lösungsmöglichkeit, um den Einfluss dieser Kräfte zu berücksichtigen, ist die Simulation der Verdichtungsvorgänge bei der Formherstellung. Deshalb beschäftigt sich das Institut für Maschinenbau (Lehrstuhl Hütten-, Gießerei- und Umformmaschinen) der TU Bergakademie Freiberg seit mehreren Jahren mit der Entwicklung eines Softwarepakets zur Simulation des Formverdich-tungsprozesses.