GIESSEREI ist die führende deutschsprachige Fachzeitschrift des Gießereiwesens mit starker Auslandsverbreitung.
From this issue's contents:
Leistungssteigerung im Aluminiumautomobilguss durch neuartige Kokillenschlichte
von Reinhard Stötzel
Der Kokillenguss von Aluminiumlegierungen ist von enormer technologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Viele unterschiedliche Aspekte der Gussart, wie z. B. Legierungsauswahl und Automatisierung, sind bereits detailliert untersucht und optimiert worden. Die Formenvorbereitung, Präparierung und somit die Schlichte wurden jedoch kaum wissenschaftlichen Betrachtungen unterzogen. Aktuelle Untersuchungen bei der Honsel AG haben gezeigt, dass hier hohes Optimierungspotential besteht. Die Formenvorbereitung und Präparierung der Kokillen besitzen einen wesentlichen Einfluss auf die Standzeit der Schlichte.
Durch Optimierung werden Präparierintervalle und Formenwartungen massiv positiv beeinflusst, wodurch wiederum die Lebensdauer der Kokille erhöht werden kann. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass die Kosten der Schlichte im Vergleich zu den Produktionskosten des Gussteils zu vernachlässigen sind. Im Gegenzug besitzen die Schlichten einen signifikanten Einfluss auf den Gießprozess und somit auf die Gussteilqualität. Um eine gleichbleibende Qualität zu erzielen, müssen während des Gießprozesses die Prozessparameter kontrolliert und dokumentiert werden. Die Schlichte soll dabei den konstanten Ablauf des Prozesses unterstützen und somit zu einer hohen Produktivität führen. Der optimierte Einsatz von Schlichten ist ein Beitrag zu einer wirtschaftlichen und effizienten Produktion von Gussteilen. Der Schwerpunkt des Fachbeitrages beinhaltet die Untersuchung herkömmlicher Kokillenschlichten verschiedener Hersteller. Dabei ist der Fokus auf die Standzeiterhöhung der Schlichte gerichtet, wobei kein negativer Einfluss auf das Qualitätsergebnis der Gussteile entstehen darf. Infolge einer Erhöhung der Standzeit werden die Präparierintervalle verlängert, wodurch wiederum die Reinigungszyklen der Kokillen zur Vorbereitung für eine neue Präparierung reduziert werden können. Aus diesem Zusammenhang ist der Bezug zur Lebens-zeit der Kokille ersichtlich. Die Versuche wurden ausschließlich an einem Zylinderkopf für einen Reihensechszylindermotor durchgeführt.