GIESSEREI ist die führende deutschsprachige Fachzeitschrift des Gießereiwesens mit starker Auslandsverbreitung.
From this issue's contents:
Vollautomatische Kokillenreinigungstechnik mit Robotern
von Martin Rückert
Automatisierte Prozesse halten in den letzten Jahren verstärkt Einzug in Tätigkeitsfelder, die bisher der Handarbeit vorbehalten waren. In Gießereien muss zyklisch die vor dem Gießprozess aufgebrachte Schlichte wieder entfernt werden. Dies ist eine
zeitaufwendige und belastende Tätigkeit für den Werker, bei der viel Schmutz anfällt. Der Zeitaufwand für die Reinigung einer kompletten Kokille für Fahrwerksbauteile beträgt ca. 30 bis 50 Minuten, abhängig von der Komplexität und Größe der Kokille. Zur Kokillenreinigung verwendet man verschiedene Prozesse. Am häufigsten verbreitet ist die Reinigung mit Hilfe von Glasbruch. Unter anderem kommen auch Reinigungsverfahren mit Chemikalien, Wasser oder Trockeneis zum Einsatz. Im Leichtmetallzentrum des Volkswagenwerks Braunschweig wird zur Kokillenreinigung sowohl das Trockeneisstrahlen als auch die Reinigung mittels Glasbruch eingesetzt. Die Anforderung an eine automatisierte Anlage war, sowohl einfache als auch schwer zugängliche Formgeometrien zu reinigen. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung für das klassische Reinigungsverfahren mit Glasbruch. Nachdem verschiedene Anlagenkonzepte verglichen wurden, wurde Reis Robotics als Automatisierungspartner aus-gewählt, um die Anlage zu realisieren. Es folgte eine intensive Zusammenarbeit mit den Betreibern des Leichtmetallzentrums. Bereits nach einer Planungs- und Inbetriebnahmephase von nur sechs Monaten wurde die Anlage der Produktion übergeben.