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From this issue's contents:
Gießerei-Software im Wandel der Zeit
von Tanja Bembenek
Die Marktforscher der Gartner Group haben den Begriff „Enterprise Resource Planning“ (ERP) ungefähr Mitte der 1990er Jahre geprägt. ERP präzisiert in erster Linie den aus dem MRP (Material Requirements Planning) hervorgegangenen Begriff PPS (Production Planning and Scheduling). Gartner beschrieb damit eine integrierte Software-Lösung, die administrative Standardfunktionalitäten mit Funktionalitäten aus der Fertigung verbindet. Die ursprüngliche Aufgabe des ERP war und ist bis heute die Bedarfsplanung: Welche Ressource (beispielsweise Material, Personal und Kapital) benötigt ein Unternehmen in welcher Menge, zu welchem Zeitpunkt und zwar ausgehend vom Kun-denwunsch? So wollte man Ende der 1990er Jahre u. a. klarstellen, dass in einem Industriebetrieb neben dem Material auch die Ressourcen „Mensch“ und „Maschine“ sowie die Kapitalflüsse zu planen und nachzuvollziehen sind. Zu diesem Zweck integrierten ERP Systeme die in der Vergangenheit weitgehend isolierten Teile der Organisation wie beispielsweise Finanzwesen, personelle Ressourcen, Produktion und Vertrieb. Sie umfassten darüber hinaus Lagerverwaltungssysteme, Kundendatenbanken und Auftragsverfolgungssysteme. Etwa um den Jahrtausendwechsel begannen die Unternehmen, den Fokus wieder stärker auf vertriebsorientierte Aktivitäten, zu setzen, also auf nach außen gerichtete Abläufe. Denn ein verbessertes Zusammenspiel von Lieferant, Produzent, Zwischenhändler und Kunden bringt entscheidende Wettbewerbsvorteile. „Customer Relationship Management“ und „Supply Chain Management“ waren die Schlagworte des noch jungen Jahrtausends. Zusätz-lich avancierten Archivierung, Dokumenten- und Formular-Management, Unified Messaging und erste Web-Services zu „must have“-Komponenten der ERP-Systeme. Viele Gießerei-Unternehmen haben die erfolgreichen Jahre zwischen 2002 und 2008 dazu genutzt, sowohl in neue Maschinen zu investieren als auch die bestehenden Eigenentwicklungen zu automatisieren und zu verbessern und die veraltete Software durch Standard-IT-Systeme abzulösen. Der Jahrtausendwechsel, die Euro-Umstellung und die Einführung neuer Bilanzierungsrichtlinien, aber auch die gute Geschäftsentwicklung, haben diesen Prozess zusätzlich angestoßen und gefördert.