GIESSEREI ist die führende deutschsprachige Fachzeitschrift des Gießereiwesens mit starker Auslandsverbreitung.
Aus dem Inhalt dieser Ausgabe:
Kornfeinung von Magnesium
von Jandreas Schiffl
Kornfeinung wird in der Magnesiumtechnologie dort eingesetzt, wo besondere Anforderungen an den Werkstoff gestellt werden. Beispiele sind eine bessere Speisung, verringerte Lunkerbildung und Porendichte, Verringerung der Heißrissneigung, verbesserte Umformbarkeit, verkürzte Wärmebehandlungszeiten und Verbesserung der mechanischen Kennwerte. Bei großen und dickwandigen Gussstücken ist eine Homogenität der mechanischen Kennwerte über den Querschnitt nur durch Kornfeinung zu erreichen. Zudem steigert ein feines Korn gleichzeitig die Festigkeit und die Dehnung. Magnesiumlegierungen können in zwei große Familien unterteilt werden: in solche ohne und solche mit Aluminium als Legierungselement. In Magnesiumlegierungen ohne Aluminium kann durch Zugabe von Zirconiumvorlegierungen eine effiziente Kornfeinung erzielt werden. Die Gießbarkeit von Magnesiumlegierungen wird durch die Zugabe von Aluminium verbessert, jedoch ist eine Kornfeinung mit Zirconium angesichts der Bildung von Zr- und Al-reichen intermetallischen Phasen und der damit verbundenen Aufhebung der kornfeinenden Wirkung des Zirconiums nicht möglich. Der Fachbeitrag beschreibt die unterschiedlichen Arten der Kornfeinung von Magnesiumlegierungen. Dabei werden aktuelle sowie etwas ältere Maßnahmen und deren Hintergründe erläutert. Unter anderem wird auch der von den Autoren Easton u. a. entwickelte Ansatz veranschaulicht, der den Einfluss der Legierungszusammensetzung und der Wirksamkeit von Partikeln auf die Kornfeinung illustriert.