GIESSEREI ist die führende deutschsprachige Fachzeitschrift des Gießereiwesens mit starker Auslandsverbreitung.
Aus dem Inhalt dieser Ausgabe:
3-D-Schriftlesen auf Gussoberflächen
von Rainer Obergrußberger
Das Lesen und Vergleichen von Symbolen, Codes und Klarschrift spielt in der Fertigung eine bedeutende Rolle, insbesondere wenn es um Qualitätssicherung und die Rückverfolgbarkeit von Produkten geht. Bei der Analyse erhabener Strukturen auf Gussoberflächen stoßen jedoch konventionelle optische Lesesysteme rasch an unüberwindliche Grenzen. Hier setzt ein neues innovatives und flexibles System durch Einbeziehung der dritten Dimension neue Maßstäbe. Die räumliche Erfassung und Analyse der Symbole verbessert die Zuverlässigkeit, Flexibilität und Prozesssicherheit enorm, und dies bei einem günstigen Preis/Leistungsverhältnis. In der Qualitätssicherung gehören kamerabasierte optische Methoden zum Lesen (OCR) und Vergleichen (OCV) von Texten und Codes auf direkt oder indirekt markierten Teilen längst zum Industriestandard. Trotz jahrelanger Weiterentwicklungen dieser Technologien stößt man aber mit 2-D-Kamerasystem nach wie vor an Grenzen, wenn die zu prüfenden Werk-stücke fertigungsbedingt starke Schwankungen in der Oberflächenbeschaffenheit aufweisen oder wenn die zu erkennenden Symbole nicht mit ausreichendem Kontrast abbildbar sind. In Gießereien sind Markierungen, Strich- und Matrix-Codes sowie Textinformationen oft Teil der Gussform; sie werden somit als dreidimensionale Struktur mit abgegossen. Diese sind aufgrund der prozessbedingten Rauigkeitsschwankungen der Oberfläche und der ungünstigen Reflexionseigenschaften des Materials mit Kamerasystemen oft nur schwer erkennbar. Ein prozess-sicheres Zurücklesen ist dann in vielen Fällen nicht möglich.