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GIESSEREI

GIESSEREI ist die führende deutschsprachige Fachzeitschrift des Gießereiwesens mit starker Auslandsverbreitung.

Zerstörungsfreie Prüfung von schweren Stahlgussteilen 

von Reinhold Hanus

Die Herstellung von Stahlgussteilen basiert im Wesentlichen auf folgenden Fertigungsschritten: Nach der Erstellung der Gusstechnik, dem Bau des Holzmodells und dem Einformen beginnt die Existenz des Gussstückes mit dem Schmelz- und Gießprozess. Da Gus-teile dieser Größenordnung (bis 200 t) keine Fehler aufweisen dürfen, die zum Ausschuss des Teiles führen, werden Gieß- und Erstarrungsprozess bereits in der Designphase am Computer simuliert, um kritische Bereiche im Bezug auf große Gussfehler von Beginn an festzustellen und Gegenmaßnahmen treffen zu können. Nach der Erstarrungszeit (zwei bis sechs Wochen, je nach Wanddicke, Komplexität und Werkstoff) wird das Gussstück ausgeschlagen. Die Qualitätswärmebehandlung ist neben der chemischen Zusammensetzung der wichtigste Schritt zur Einstellung des erwünschten Mikrogefüges und der geforderten mechanischen Eigenschaften. Nach dem Vorschruppen wird das Gussstück zerstörungsfrei geprüft (mit magnetischer Streuflussprüfung und Ultraschallprüfung). Alle Anzeigen, die nicht dem vorgeschriebenen Annahmestandard entsprechen, sind auszumulden. Nach einer erneuten magnetischen Streuflussprüfung der Schleifmulden werden diese verschweißt, gefolgt von einer Spannungsarmglühung. Zwischen den einzelnen Produktionszyklen werden immer wieder Maßkontroll-Schritte durchgeführt, um festzustellen, ob bestimmte geforderte Übermaße für die Fertigbearbeitung oder für den Einsatz kritisch werden könnten. Eine abschließende zerstörungsfreie Prüfung ist der letzte Fertigungsschritt in der Gießerei, bevor das Gussstück zur Fertigbearbeitung gesandt wird. Mit den unterschiedlichen Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung von schweren Stahlgussteilen beschäftigt sich der Fachbeitrag. Die Autoren berichten über aktuelle Erfahrungen aus der Gießereipraxis.

News

03.02.2012

Dreistelliges Milliardenwachstum im Leichtbau bis 2030

Die Automobilhersteller müssen den Anteil von Leichtbauteilen im Fahrzeug bis 2030 von 30 auf 70 % steigern, um die Zunahme des Fahrzeuggewichts durch Elektroantrieb und kraftstoffeffiziente Motorentechnik zu kompensieren. Dadurch entsteht ein neuer Wachstumsmarkt für Zulieferindustrie und Anlagenbau: Der Jahresumsatz mit Leichtbauteilen aus hoch festem Stahl, Aluminium und karbonfaserverstärktem Kunststoff dürfte je nach Rohstoffpreisentwicklung bis 2030 von ca. 70 Mrd. auf mehr als 300 Mrd. Euro wachsen.
Arbeiter am Schmelzofen im Eisenwerk Martinlamitz. Das Unternehmen produziert 5000 t Guss im Monat. Foto: EWM
Arbeiter am Schmelzofen im Eisenwerk Martinlamitz. Das Unternehmen produziert 5000 t Guss im Monat. Foto: EWM
03.02.2012

Eisengießerei ist für die Zukunft gerüstet

Seit einem Jahr wird in der Eisenwerk Martinlamitz GmbH (EWM) nun wieder von Montag bis Freitag acht Stunden dreischichtig gearbeitet. Das zeigt, dass der Standort in Oberfranken wie angegossen passt. Rund 5000 t Guss werden hier im Monat produziert und im Vergleich zu früher wurde die Produktpalette deutlich ausgeweitet: Heute fertigt das Martinlamitzer Unternehmen zusätzlich in den Bereichen Windkraft, Solar, Hydraulik, Kran- und Bootstechnik. Bislang lagen die Schwerpunkte in den Bereichen Achsen, Bau- und Landmaschinen, Nutzfahrzeuge, Eisenbahn, Maschinen- und Roboterbau.